Neue Schreibgeräte im Herbst 2026
Bloom – das Meisterset von Montblanc
Drei Farben, drei Orte, drei Stunden – und ein Meisterstück, das seine eigene Ikone neu interpretiert.
Das Meisterstück entdeckt die Farbe
Dass Montblanc sein Meisterstück verändert, geschieht gewöhnlich mit gehörigem Respekt vor der eigenen Ikone. Mit dem Meisterstück Bloom wird dieser Respekt nun ungewöhnlich farbenfroh.
Vermillion, Matcha und Corngold heißen die drei neuen Farben. Ein warmes Orange-Rot, ein sattes Grün und ein leuchtendes Gelb-Gold ersetzen dabei nicht das klassische Meisterstück – sie interpretieren es neu.
Die drei Classique-Füllfederhalter bestehen aus farbigem Edelharz, besitzen vergoldete Beschläge und die charakteristische Meisterstück-Feder aus massivem 585er Gold. Verkauft werden sie ausschließlich gemeinsam als Dreier-Set in einem eigens dafür entworfenen Lederetui. Der Preis des Sets liegt bei 3.600 Euro.
Das Interessante daran ist weniger die Farbe selbst als der Umgang Montblancs mit dem eigenen Klassiker. Das Meisterstück wird nicht jünger gemacht, indem man seine Form verändert. Stattdessen wird seine Strenge aufgebrochen.
ellenwoods meint: Ein Meisterstück muss offenbar nicht immer schwarz sein. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Überraschung dieser Edition.
Drei Farben, drei Orte, drei Stunden
Man kann diesen Gedanken noch etwas weiterführen.
Denn die Farben einer Reise existieren selten abstrakt. Sie gehören zu einem Ort, zu einer Jahreszeit und vor allem zu einer bestimmten Stunde. Dieselbe Fassade kann mittags stumpf und am Abend glühend wirken. Ein Feld ist im Mai grün und sechs Wochen später golden. Ein japanischer Garten verändert nach einem Sommerregen seine gesamte Farbtemperatur.
Vielleicht liegt darin das schönste Bild für Bloom: Drei Schreibgeräte als drei festgehaltene Augenblicke einer Reise.
Montblanc verbindet Bloom mit den „funkelnden Momenten des Reisens“. Interessant wird dieser Gedanke, wenn man die Farben nicht abstrakt betrachtet, sondern ihnen einen konkreten Ort und eine konkrete Stunde gibt.
Dann wird aus einer Farbpalette eine kleine Reise: Kyoto am Morgen, das Val d’Orcia am späten Nachmittag und Siena am Abend.
Eine Farbe braucht einen Ort
Licht ist nie neutral. Es verändert Ziegel, Getreide, Moos und Holz – manchmal innerhalb weniger Minuten. Genau deshalb können Farben Erinnerungen so unmittelbar auslösen. Man erinnert sich nicht nur daran, wo man war, sondern daran, wie dieser Ort in einem ganz bestimmten Augenblick aussah.
Wer Vermillion verstehen will, sollte einmal im Spätsommer auf der Piazza del Campo in Siena stehen.
Gegen Abend verliert der Ziegel seine trockene Strenge. Rot, Orange, Braun und ein Hauch Kupfer beginnen sich zu mischen. Dann kommt der Farbton dem Vermillion des Meisterstück Bloom erstaunlich nahe.
Siena am Ende eines heißen Tages
Die Wirkung entsteht nicht aus Rot allein. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von jahrhundertealtem Ziegel, tief stehender Sonne, langen Schatten und dem muschelförmigen Campo. Für kurze Zeit scheint die ganze Stadt wärmer zu werden.
Zwischen San Quirico d’Orcia und Pienza liegt eine Landschaft, deren Farbe sich im Frühsommer innerhalb weniger Wochen vollkommen verändert.
Ende Juni wird aus Gelb Gold. Das Licht streicht seitlich über die reifen Halme, während die Zypressen beinahe schwarz dagegenstehen. Das ist Corngold.
Das Gold von etwas, das gereift ist
Corngold ist weder Schmuckgold noch das helle Gelb einer Mittagssonne. Es ist der warme Ton reifer Felder – und gerade deshalb eine Farbe, die nur für eine begrenzte Zeit existiert.
Matcha führt nach Kyoto, zum Ginkaku-ji, dem Silbernen Pavillon am Fuß der östlichen Berge – hier in einer neuen, breiteren Szene mit Blick über Wasser, Stein und Pavillon.
Nach einem Regen werden Moose dunkler und satter. Zwischen Stein, Wasser und Holz entsteht ein pudriges, leicht gebrochenes Grün – erstaunlich nah an jenem Farbton, den wir mit gemahlenem Matcha-Tee verbinden.
Und plötzlich wird aus drei Farben eine Reise
Matcha ist der Morgen in Kyoto. Feuchte Luft, Moos und die Ruhe eines Gartens.
Corngold ist der späte Nachmittag im Val d’Orcia. Reifes Getreide, flaches Sonnenlicht und die kleine Kapelle von Vitaleta zwischen den Hügeln.
Vermillion ist der Abend in Siena. Wenn jahrhundertealter Ziegel im letzten warmen Licht des Tages zu glühen beginnt.
Drei Orte, drei Kontinente der Erinnerung, drei vollkommen unterschiedliche Stimmungen. Und damit bekommt Montblancs Satz von den „funkelnden Momenten des Reisens“ plötzlich eine sehr konkrete Bedeutung.
Denn am Ende erinnern wir uns von einer Reise selten an jedes Datum und jede Straße. Wir erinnern uns an das Licht. An eine Farbe. An die Stunde, in der ein Ort für einen Augenblick genau so aussah, wie wir ihn nie wieder vergessen werden.
Vielleicht ist das die eigentliche Idee von Meisterstück Bloom: drei Farben, mit denen man nicht nur über eine Reise schreibt – sondern sich an sie erinnert.