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Die ellenwoods Geschichte

Ich werde von meinen Kunden oft gefragt, was der Name ellenwoods bedeutet.

Der Name steht für zwei Menschen, die ich persönlich leider nie kennengelernt habe, mich aber bis heute inspirieren und begleiten. Ich muss 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein, als ich ihre Geschichte kennenlernte. In den Ferien besuchten wir immer meinen Großvater, der allein in seinem großen Haus wohnte. Großmutter starb bevor ich auf die Welt kam. Ich kannte sie nur aus den Erzählungen meiner Mutter oder von alten Fotografien, bis zu dem Tag, als ich beim Spielen auf dem Dachboden eine alte Kiste entdeckte und diese neugierig öffnete. Darin fand ich neben alten Hüten, Schals und Handschuhen, die wohl meiner Großmutter gehörten, auch die Tagebücher und Briefe von John Woods. Die Briefe stammten aus den Jahren 1914 bis 1917 und waren an meine Großmutter adressiert.  Ihr Mädchenname „Ellen Whitecastle“ stand in einer schönen und schwungvollen Handschrift auf den Kuverts geschrieben. Meine Großmutter hatte sie sorgsam in rotes Wachspapier eingepackt und mit einem Lederband mehrmals umwickelt, damit sie die Zeit überdauern würden. Am Boden der Truhe lag ein kleines Holzkästchen, darauf eingeritzt <Eigentum von John Woods>.

Ich öffnete das Kästchen und neben einer alten Brille, einer Reihe von abgebrochenen oder benutzten Bleistiften lag da auch ein schwarzer Füllfederhalter. Auf der Kappe stand eingraviert: „In Liebe Deine Ellen. Weihnachten 1914″.

Die Seiten der Tagebücher waren eng beschrieben und voll mit Skizzen, Photos und Zeichnungen. Vorsichtig öffnete ich eines, das Papier war an vielen Stellen bereits eingerissen und die Tinte verlaufen, doch die Schrift war noch gut leserlich. Jedes Tagebuch, jeder Brief war eine einzige Liebeserklärung bestimmt für meine Großmutter, bestimmt die Ewigkeit. Liebesgedichte von Celan, Rilke oder Rimbaud  waren da aufgeschrieben und mit wunderschönen Zeichnungen illustriert .

 

 

John Woods (untere Reihe, 2er von rechts)

John Woods hatte sie wohl mit dem alten Montblanc Füller geschrieben, dem ihm meine Großmutter geschenkt hatte. Er hatte ihn mitgenommen in den Krieg. Der Füller und das Papier waren sein Schutz vor Einsamkeit, Verzweiflung und Tod. Großmutter hatte all die Jahre die Liebesbriefe und Tagebücher für sich aufbewahrt, auch als sie längst meinen Großvater geheiratet hatte. Mein Mutter kannte keinen John Woods, als ich sie später danach fragte. John Woods fiel am 21. Mai 1917 in der Schlacht von Messines. Da er keine Familie hatte kamen die Briefe, Tagebücher und persönlichen Wertsachen auf Umwegen in den Besitz meiner Großmutter. Als mein Großvater starb, holte ich die Kiste vom Dachboden und bewahre sie noch heute auf.

Als ich nach einem passenden Namen für meine neue Geschäftsidee suchte, fiel mir die alte Truhe wieder ein. Meine Vorstellung von der „Kultur des Schreibens und Schenkens“  verband sich irgendwie mit dem Inhalt der Kiste und so setzte ich die beiden Namen zusammen. Denn das, was der Soldat John Woods mit seinen Tagebüchern und Briefen meiner Großmutter Ellen damals schenkte, stand für eine Liebe, die größer und einmaliger war, als die Wirklichkeit, die John in den Kriegsjahren erlebt hatte. Indem er alles aufschrieb was er sah, fühlte, träumte, sich erhoffte und diesen Schatz seiner geliebten Ellen schenkte, konnte ihre Liebe überdauern, bis heute. Der Name ellenwoods steht dafür.

Den alten Kolbenfüller von John Woods – es war übrigens ein Montblanc Heritage, der heute wieder aufgelegt wird – habe ich restaurieren lassen. Er hat seinen Ehrenplatz bekommen, zusammen mit den Tagebüchern, Briefen und Fotos aus dieser Zeit.

Wenn meine Kunden mich heute fragen, was der Name ellenwoods bedeutet, erzähle ich ihnen die Geschichte von Ellen und John Woods und manchmal zeige Ihnen auch den Füller und die Briefe. Sie verstehen dann, was ich damit meine.

Tagebuch von John Woods mit Zeichnungen

Großmutter Ellen, Weihnachten 1911

Montblanc Heritage

Die Heritage Collection 1912 ist eine Hommage an die Wurzeln von Montblanc. Mit der Neuinterpretation eines historischen Schreibgeräts, das durch sein modernes Antlitz besticht, erinnert sie an die Innovationen und das Design aus dem Vermächtnis von Montblanc. Dieser Füllfederhalter setzt mit seiner neuen Technologie innovative Maßstäbe und verweist auf den Pioniergeist des frühen 20. Jahrhunderts: Mit dem neuen zweistufigen Mechanismus werden sowohl die einziehbare Feder als auch der Kolbenfüllmechanismus gesteuert.

Der schwarze Edellackkorpus und die schwarze Edelharzkappe mit den platinierten Beschlägen ziert ein Montblanc Emblem aus perlmuttfarbenem Lack im transparenten Kappenkopf.

Die Feder aus rhodiniertem 585er Gold verfügt über ein dreieckiges Herzloch und sorgt für ein angenehmes Schreibgefühl.